Förderkonzept

 „Jedes Kind in der Grundschule hat den Anspruch darauf, gefördert und gefordert zu werden. Die Grundschule bietet dafür Erfahrungs- und Lernmöglichkeiten, entwickelt Grundqualifikationen für das selbständige Arbeiten, gleicht Defizite aus und unterstützt die Schülerinnen und Schüler bei unterschiedlichen Lernschwierigkeiten.“ (Aus: Niedersachsen macht Schule mit der Verlässlichen Grundschule)

Die grundlegenden Ausführungen entsprechen auch den Zielen unserer Vollen Halbtagsschule. Um diese Ziele zu erreichen sind Differenzierungsmaßnahmen im gemeinsamen Unterricht nötig. Darüber hinaus werden auch Fördermaßnahmen in kleinen Gruppen durchgeführt.

Alle Schülerinnen und Schüler, die Lernschwierigkeiten in Deutsch und Mathematik aufweisen, werden deshalb in Kleingruppen, wenn nötig auch klassenübergreifend, gefördert.

Ziel der Kleingruppenarbeit, die in zusätzlichen Förderstunden stattfindet, ist die Vermittlung von nicht verstandenem Lernstoff in kleinen Schritten

  • damit Kinder nicht den Anschluss innerhalb der Klasse verpassen
  • um möglichst keine Lernfrustration entstehen zu lassen
  • um den Schülerinnen und Schülern Erfolgserlebnisse zu vermitteln und so ihr Selbstbewusstsein zu stärken.

Folgende Grundfertigkeiten sollen besonders gefördert werden:

Fach Deutsch

Lesen ( siehe auch Konzept zur Leseförderung)

  • Festigung der Buchstabenkenntnisse und ihrer Laute
  • Syntheseübungen
  • Sinnentnehmendes Lesen

Schreiben (siehe auch Medienkonzept)

  • Festigung eines altersgemäßen Grundwortschatzes
  • Trainieren des fehlerfreien Abschreibens von Texten
  • Gebrauch des Wörterbuchs
  • Übungen zur Anwendung erlernter Rechtschreibregeln
  • Schriftbild

schriftlicher Sprachgebrauch

  • Übungen zur korrekten Satzbildung
  • Übungen an Texten zum Einsatz verschiedener sprachlicher Mittel

Sprechen

  • Übungen zum korrekten Artikulieren
  • Übungen zum Sprechen in ganzen Sätzen
  • Übungen, einen Sachverhalt oder etwas Gelesenes folgerichtig und verständlich wiederzugeben

Grammatik

  • Übungen zu unterschiedlichen Wortarten
  • Übungen zur richtigen Bildung und Anwendung der Zeitformen
  • Übungen zur Bestimmung der Satzglieder

Fach Mathematik

  • Unterstützende Übungen zur Festigung der Zahlbegriffsbildung und zur Orientierung im jeweiligen Zahlenraum
  • Trainieren der grundlegenden Rechenfertigkeiten
  • Vermittlung von Hilfen zur Lösung von Sachaufgaben
  • Aufbauen und Vertiefen der Vorstellung von den verschiedenen Größen
  • Schulung der räumlichen Vorstellung

Sprachförderung

Schülerinnen und Schüler mit ausländischem Hintergrund

  • Wortschatzerweiterung
  • Hören und Hörverstehen
  • Sprechen üben
  • Lesen und Verstehen
  • Schreiben und Schreiben üben
  • Grammatik entdecken

Eine gezielte Sprachförderung einzelner Schüler ist im Klassenverband nur bedingt möglich. Deshalb werden an unserer Schule Kleingruppen gebildet, in denen Schülern eher die Möglichkeit gegeben wird, sprachlich aktiv zu sein und ihren aktiven Wortschatz zu erweitern.

Sprachförderung vor der Einschulung

Seit Einführung des Förderprogramms 2003/2004 überprüft unsere Schule mit Hilfe der Sprachstandsfeststellung „Fit in Deutsch“ alle Kinder. Dazu werden die betroffenen Erziehungsberechtigten etwa 15 Monate vor der Einschulung auf einem Informationsabend umfassend informiert. Auf dieser Veranstaltung werden auch die Termine für die Sprachstandsfeststellung vergeben.

Der im Mai/Juni stattfindende Test umfasst dann eine Befragung der Erziehungsberechtigten zur sprachlichen Entwicklung des Kindes (Sprachbiographie) und ein Gespräch mit dem Kind. Das Ziel dabei ist, den Stand der Deutschkenntnisse der zukünftigen Schulkinder zu überprüfen. Somit kann rechtzeitig festgestellt werden, ob ein Kind auf sprachlicher Ebene im 1. Schuljahr erfolgreich mitarbeiten kann. 

Neben einer deutlichen Aussprache wird bei der Überprüfung auf folgende Punkte ein Augenmerk gelegt:

Das Kind sollte:

  • über einen altersangemessenen passiven und aktiven Wortschatz verfügen
  • kindgerecht strukturierte Äußerungen verstehen
  • in der Kommunikation mit anderen altersangemessen agieren und reagieren können

Mit Hilfe dieses Screening-Verfahrens wird dann festgestellt, ob ein Kind im schulrelevanten Bereich der sprachlichen Kommunikation einer Förderung bedarf. Bei der Überprüfung wird besonders auf Kinder geachtet, deren Erstsprache kein Deutsch ist. Stellt sich dann ein Förderbedarf heraus, schließen sich daran seit der Neuregelung von 2006/2007 eine einjährige Sprachfördermaßnahme an.

Da an der Grundschule in Bevern der Anteil an Schülern mit Migrantenhintergrund nicht besonders hoch ist, ergab sich in den letzen drei Jahren eine Gruppengröße von 1 bis 4 Kindern, deren Sprachtests einen besonderen Förderbedarf zeigte. Diese Kleingruppe stellt sich als Vorteil heraus, da jedes Kind häufig Gelegenheit hat, sich individuell zu äußern.

Je nach Gruppenstärke wird dann der Umfang und durch Klärung der Rahmenbedingungen mit dem Kindergarten und den Erziehungsberechtigten die Organisation der Sprachförderung festgelegt.

Während dieser einjährigen Fördermaßnahme werden kindgerechte, themengebundene Wortschätze und erste grammatische Strukturen erarbeitet.

Als Grundlage und Arbeitsmaterial dienen die Rahmenrichtlinien „Deutsch als Zweitsprache“, das von uns ausgewählte Werk „Wir verstehen uns gut“, ein in Bausteinen aufgebautes Lehrwerk zur Sprachförderung, und das Unterrichtsmaterial „Deutsch als Zweitsprache systematisch fördern“. Ergänzt werden die Übungen durch Reimspiele, Lieder, Lernspiele und durch Malen und Basteln handelnd unterstützt. Auch das Vorlesen von ausgewählten, kleinen Büchern oder Geschichten hat einen wichtigen Stellenwert, da die Kinder so auch komplexere Inhalt und Sprachmelodien kennen lernen. Dieses bietet ebenfalls einen Anreiz zum eigenen (Nach-)Erzählen.

Die erarbeiteten Inhalte werden den Erziehungsberechtigten regelmäßig präsentiert, um ihnen einen Einblick in die Sprachförderung zu gewähren und ein vertrauensvolles Verhältnis zu schaffen. Darüber hinaus wird der Kontakt zum Kindergarten gesucht, um sich über die teilnehmenden Kinder und deren zu beobachtenden Fortschritte auszutauschen.

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